Bericht vom 6. Stammtisch am 11. Juli 2025

Haushalt Lünen – Musikschule braucht Planungssicherheit

Beim sechsten politischen Stammtisch am 11. Juli haben wir uns erneut mit dem Thema Haushalt der Stadt Lünen beschäftigt. Viele von uns hatten noch die letzte Ratssitzung im Kopf – denn dort wurde weder ein Haushalt noch ein Haushaltssicherungskonzept beschlossen. Die Sitzung endete ohne Ergebnis, was für große Verunsicherung gesorgt hat.

Daraufhin wurde eine Finanzkommission ins Leben gerufen, die nun zwischen Verwaltung und Politik vermitteln und Lösungen vorbereiten soll. Diese Kommission soll den Weg frei machen für eine tragfähige Haushaltssatzung – auch mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl im September.

Um doch noch zu einem Ergebnis zu kommen, hat der Bürgermeister für den 24. Juli 2025 eine Sondersitzung des Stadtrats einberufen. Dort soll über den Haushaltsentwurf, das HSK sowie den Stellenplan 2025 entschieden werden. Es ist also eine wichtige Sitzung – und wir haben beim Stammtisch intensiv darüber gesprochen, worum es jetzt konkret geht.

Besonders im Fokus stand für uns die Musikschule Lünen. Denn im vorliegenden Stellenplan sind drei bisher geschaffene Vollzeitstellen für die Musikschule nicht mehr vorgesehen. Diese Stellen waren ursprünglich eingerichtet worden, um Honorarkräfte sozialversicherungspflichtig anstellen zu können – eine Reaktion auf das sogenannte Herrenberg-Urteil. Der Wegfall dieser Stellen hätte zur Folge, dass Unterricht wegfällt, Kooperationen mit Schulen gefährdet sind und Programme wie JeKits unter Druck geraten. Auch bestehende Strukturen wie Ensemblearbeit und Instrumentalunterricht könnten so nicht weitergeführt werden.

Beim Stammtisch wurde schnell deutlich, dass dieses Thema viele bewegt. Die Teilnehmer – Bürger, Musikfreunde, Eltern, Lehrkräfte – waren sich einig: Der Fortbestand der Musikschule muss gesichert werden.

Besonders betont wurde dabei die Bedeutung des klassischen Modells der Musikschule. Dieses bewährte Konzept steht für langfristige individuelle Begleitung durch fest angestellte Musikpädagogen, kontinuierlichen Instrumentalunterricht, Ensemblearbeit, Auftrittsmöglichkeiten und gezielte Begabtenförderung. Es ermöglicht jungen Menschen eine fundierte musikalische Ausbildung – unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Für viele Teilnehmer war klar: Dieses Modell darf nicht durch kurzlebige Projektförderung oder reine Kursangebote ersetzt werden.

Die Musikschule ist keine freiwillige Nebensache, sondern ein zentraler Baustein kultureller und pädagogischer Entwicklung in unserer Stadt. Wer kulturelle Bildung kürzt, spart an der Zukunft.

Wir danken allen, die am Stammtisch teilgenommen haben. Der Austausch war wieder konstruktiv und klar im Ton: Der Haushalt muss kommen – aber nicht auf Kosten der Musikschule. Wir fordern den Stadtrat auf, am 24. Juli ein deutliches Zeichen zu setzen – für Planungssicherheit, kulturelle Teilhabe und für das klassische Modell, das Lünen seit Jahrzehnten geprägt hat.